„Deutschland wieder gründerfreundlich machen“ – Interview mit lexRocket

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Yalun Meng hat innerhalb des Softwareherstellers Lexware, der zur Haufe Group gehört, die Startup-Initiative lexRocket ins Leben gerufen. In diesem Interview erklärt er die Mission von lexRocket, Deutschland wieder gründerfreundlich zu machen.

Lieber Yalun, schön, dass du dir die Zeit genommen hast!

Yalun: Sehr gerne, freut mich, dass wir miteinander sprechen können.

Deutschland gründerfreundlich machen: Die Mission von lexRocket

Was macht ihr bei lexRocket und wie kommt es, dass der Haufe Verlag solch eine Initiative ins Leben gerufen hat?

Yalun: lexRocket ist die Gründer- und Startup Förderinitiative des Freiburger Softwareunternehmens Lexware, einem Unternehmen der Haufe Group. Unser Ziel ist es, deutschlandweit Gründern und Jungunternehmern Starthilfe zu geben, sie langfristig zum Erfolg zu führen und Deutschland wieder gründerfreundlich zu machen.

Wir versuchen dort Unterstützung zu liefern, wo sie notwendig ist: Zugang zu einem umfassenden Wissensbereich rund um alle Gründerthemen inklusive Blogposts und Videos, sowie der kostenfreien Bereitstellung hilfreicher Software-Tools wie z.B. einer Buchhaltungslösung oder einem Geschäftskonto. 

Das Herzstück unserer Startup-Plattform ist unser Experience-Bereich, wo wir durch interaktive Offline-Bootcamps ausgewählte Teilnehmer intensiv und on-hand bei deren Stellschrauben helfen. Diese umfassenden Coaching-Camps finden zwei Mal im Jahr an unterschiedlichen inspirierenden Orten überall auf der Welt statt. In diesen Camps versuchen wir den Gründeralltag zu entschleunigen, damit unsere Gründer wieder Struktur und Fokus für das Wesentliche schaffen.

Uns ist es egal, ob das Unternehmen noch in der Findungsphase ist, mitten in der Gründung steckt oder schon eine Weile läuft – und egal, ob traditionelles Handwerk oder innovatives Tech-Startup – wir möchten alle unterstützen.

Die Haufe Group ist ja schon längst nicht mehr nur ein Verlag . Vielmehr haben wir uns in den letzten 20 Jahren zu einem richtigen Medienkonzern entwickelt. Es ist essentiell, dass mittelständische Unternehmen wie wir und Startups zusammenarbeiten. Wir verfügen über Marktzugänge und Netzwerke, die ein Gründer in der Regel nicht hat. Lexware war bis vor 30 Jahren selbst ein kleines Tech-Startup, das sich zur Aufgabe gemacht hat Finanzlösungen für KKUs und KMUs zu entwickeln. Und auf welche Herausforderungen trifft heutzutage ein Neugründer? Personal, Produktentwicklung, Finanzierung, Social Media,  Vertrieb, etc. – all diese Punkte haben eines gemeinsam: Kosten. Aber genau das ist es, was ein Startup anfangs einfach nicht genügend zur Verfügung hat – Geld. Man hat als Neugründender einfach zu viele finanzielle Hürden. Wir wollen durch unsere Initiative diesen Unternehmen unter die Arme greifen, wo wir können.

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Deutschland gründerfreundlich machen: Startups unterstützen

Alle eure Angebote für Gründer und Unternehmer sind kostenlos. Ich durfte ja auch schon beim Super Startup Adventure Camp 2019 in LA als Mentor dabei sein. Wie sieht eure langfristige Strategie aus? Stellst du bereits fest, dass du durch eure Aktionen mehr Gründer und junge Unternehmen an die Welt von Haufe und Lexoffice heranführen konntest?

Yalun: Richtig – wie schon erwähnt, möchten wir den Startups, die ohnehin finanziell nicht so stark aufgestellt sind, nicht noch mehr Geld aus der Tasche ziehen. 

Langfristig verfolgen wir mehrere verschiedene Ziele. Das wichtigste Ziel von lexRocket ist jedoch, unsere Marke in der Gründerszene Deutschland zu etablieren und attraktiv zu machen. Wir glauben daran, dass, wir durch Authentizität und Sympathie eine Beziehung zu unseren Kunden aufbauen können. Wir möchten “Beziehungsmacher” sein und sind davon überzeugt, dass wir alle Startups, die unser Programm in Anspruch nehmen, langfristig in ihrem Unternehmensaufbau begleiten dürfen. 

Viele Startups kommen auf mich zu und berichten wie begeistert sie von unseren Produkten sind. Ich erkenne definitiv einen positiven Meinungstrend zu lexoffice und Haufe. Desöfteren erhalte ich Nachrichten per Mail oder LinkedIn, wo mir geschrieben wird, wie toll es doch sei, dass wir diese Initiative ins Leben gerufen haben. Letztendlich ist es genau das, worauf wir hinarbeiten. 

Du hast gesagt, eure Mission sei es, Deutschland wieder gründerfreundlich zu machen – und außerdem dazu beizutragen, dass die Zahl der Neugründungen seit 2008 wieder steigt. Was denkst du muss in Deutschland passieren, damit dieser Trend Bestand hat und es mehr Gründungen?

Yalun: Als Land in Startups und in das Ökosystem zu investieren ist kein Luxus, sondern eine direkte und notwendige Investition in die Zukunft der eigenen Wirtschaft. Genau da entstehen nachhaltige Jobs, Innovation und eine vernetzte Bevölkerungsschicht. Wenn wir einfach mal den Vergleich zu Ländern wie Portugal oder Irland ziehen, können wir sehen, dass Deutschland nach der Finanzkrise 2008 einfach verschlafen hat. Umso mehr müssen wir die aktuelle Coronakrise als Chance sehen.

Wir müssen dem Gründertum eine viel wichtigere Rolle zuschreiben und den Fokus darauflegen Innovation zu fördern. Wir müssen junge Menschen dazu ermutigen an ihre Idee zu glauben, Risiken einzugehen und Deutschland wieder gründerfreundlich machen. Es sind wir, die etablierten Unternehmen, die in der Verantwortung stehen und dort helfen müssen, wo wir einen Beitrag leisten können. Wir müssen jungen Unternehmen die Chance geben überhaupt zu überleben und ihnen Vertrauen schenken. Nur so kann der Trend von sinkenden Gründerzahlen aufgehalten werden. Wir müssen in diese Jungunternehmen investieren, sonst verlieren den Anschluss an Europa und der Welt. 

Im Vergleich zu unseren Nachbarländern

Wie sieht deine ganz persönliche Einschätzung der deutschen Startup-Szene aus – auch wenn du sie mit anderen Ländern vergleichst? Welche Branchen, denkst du, sind besonders zukunftsträchtig?


Yalun: Ich persönlich denke, dass Deutschland und vor allem die Politik langsam aufwacht und merkt, wie wichtig es ist Gründertum zu fördern und Deutschland wieder gründerfreundlich zu machen. Seit wenigen Jahren ist der Begriff Startup auch in der allgemeinen Bevölkerung in aller Munde. Das liegt vielleicht auch an der TV-Show “Die Höhle der Löwen”, die meinem Empfinden nach große Beliebtheit bei den Millennials genießt. 

Solche Initiativen sind wichtig, doch ein wesentlicher Bestandteil eines gesunden Startup-Ökosystems bildet die Politik. Man kann das an der aktuellen Krise gut beobachten und ablesen. Die Bundesregierung hat allein der Lufthansa und der Deutschen Bahn rund 15 Milliarden Euro an Staatshilfen bewilligt. Die Verhältnismäßigkeit fehlt hier komplett. Großunternehmen hatten Jahrzehnte Zeit, Schulden abzubauen und Rückstellungen zu bilden – einige erfolgreicher, einige weniger. Der Grad der Innovation bei den etablierten Unternehmen ist meiner Meinung nach geringer als bei Startups. Sie wandeln mit Kreativität und Mut, Ideen in Produktivität von morgen. Und genau dort müssen auch die Staatshilfen und Fördergelder hinfließen. Es muss noch viel mehr getan werden. Allen voran muss die öffentliche Wahrnehmung verbessert, der Gründergeist verstärkt werden. 

Ich denke, dass vor allem nach der Krise der Fokus auf den Themen Mobilität, Digitale Infrastruktur und Bildung liegt. Deutschland hat gemerkt, dass wir in diesen Bereichen doch nicht so gut aufgestellt sind wie vermutet. Erst jetzt wird einem bewusst, wie sehr wir anderen Ländern wie Norwegen oder den Niederlanden hinterherhinken. Dort wird in den Schulen schon seit Jahren versucht digitale Kompetenzen zu vermitteln, die sie für ein erfolgreiches Privat- und Arbeitsleben brauchen. Einige Fragezeichen sind in der Coronakrise in Erscheinung getreten. Diese müssen dringend angegangen werden und ich gehe davon aus, dass dort die Priorität liegen wird. Natürlich wird weiterhin ein großer Fokus auf die Sektoren Automatisierung, Smart Industries, AI und in das Gesundheitswesen gelegt. Wenn wir rechtzeitig Maßnahmen ergreifen und die Politik erkennt, dass wir auf die Gründer angewiesen sind und Deutschland wieder gründerfreundlicher machen müssen, bin ich optimistisch, dass wir dann auch wieder mit unseren europäischen mithalten können. 

Das Super Startup Adventure Camp

Welche Startups, Gründer und Unternehmer sprecht ihr insbesondere an? Warum sollte ich mich bei euch zum Beispiel für ein Super Startup Adventure Camp bewerben? Was muss ich dafür tun?

Yalun: Wir möchten alle Gründer, Gründerinteressierte und Gründende ansprechen – wir möchten diese Gruppe jedoch nicht selbst definieren. Ich habe Unternehmer getroffen, die vor 10 Jahren ihr Unternehmen gegründet haben und sich selbst als Startup bezeichnen. Wir möchten niemanden ausschließen und keine Definition vorgeben. Das heißt, jeder, der sich als Startup oder Gründer sieht, kann auf unser Angebot zugreifen.

Ich glaube der größte Benefit, den wir auf unseren Camps haben ist die einzigartige Gruppendynamik, die sich während des Camps entwickelt. Das liegt daran, dass wir von Anfang an keinen besonderen Fokus auf eine Branche legen. Wir erhoffen uns bei den Teilnehmern immer eine Gruppe, die so divers wie möglich ist und best möglichst aus komplett unterschiedlichen Branchen kommen. So entstehen Synergien, die sonst auf anderen Veranstaltungen nie zustande gekommen wären. So haben sich beispielsweise sogar Teilnehmer zusammengeschlossen und daran gearbeitet neue Ideen auszuarbeiten und gemeinsam neu zu gründen. 

Alles was du dafür tun musst ist dich auf unserer Webseite zu bewerben. Mit ein wenig Glück gehört man zu den fünf exklusiven Teilnehmern unserer Camps. 

Tausend Dank, lieber Yalun, für unser Interview!

Yalun: Sehr gerne, danke dir! 


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