Vom Gründer zum Unternehmer: So gelingt’s dir

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Fabian Silberer ist Mitgründer und Geschäftsführer von sevDesk, einer cloudbasierten Buchhaltungssoftware für Selbstständige und Kleinunternehmer. Hier teilt er seine Tipps für gute Unternehmensführung, um vom Gründer zum Unternehmer zu werden.

Im letzten Jahr gab es Schätzungen zufolge rund 280.000 Unternehmensgründungen. Doch es zeigt sich, dass aus den wenigsten Gründern später wirklich Unternehmer werden. Viele steigen sehr früh aus dem Start-up aus. Nur wenige stellen sich der Herausforderung und nehmen das Ziel Unternehmensführung in Angriff.

Was ist Unternehmensführung?

Innerhalb der Betriebswirtschaft sind unter dem Begriff Unternehmensführung zwei Betrachtungen zu verstehen. Darunter kannst du einerseits dich als Person sehen, welche ein Unternehmen leitet. Auf der anderen Seite ist damit aber auch ein Prozess zu sehen, der es dir möglich macht, dein Unternehmen effizient zu führen und zu leiten. Unternehmensführung vereint in sich die Aufgabe, für dein Unternehmen eine Strategie zu entwickeln, die langfristig dafür sorgt, dass du deine Ziele mit dem Unternehmen erreichen kannst.

Welche Aufgaben hat der Unternehmer?

Die Aufgaben der Unternehmensführung musst du aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten. Wichtig sollte für dich vor allem das Bewusstsein dafür sein, dass du als Unternehmer weniger in deinem Betrieb arbeitest, sondern viel mehr an deinem Betrieb. Natürlich ist für dich das oberste Ziel, mit dem eingesetzten Kapital eine möglichst hohe Rendite mit deinem Unternehmen zu erwirtschaften. Um langfristig erfolgreich zu sein, muss die Unternehmensführung dabei aber auch zwei Dinge genau beachten.

  1. Beachtung Grundsatz der Nachhaltigkeit
  2. Beachtung der gesetzlichen Rahmenbedingungen auch als Corporate Governance bezeichnet

Wie die Unternehmensführung sich personell darstellt, hängt für dich natürlich auch von der Größe und der Rechtsform deines Unternehmens ab. So ist beispielsweise bei einer Aktiengesellschaft der gesamte Vorstand in die Führung eingebunden und nicht nur du als Alleinverantwortlicher. Bei kleinen und mittelständischen Unternehmen hingegen ist in der Regel die Unternehmensführung auf ein bis drei Personen verteilt. Die klassischen Aufgaben einer Unternehmensführung sind:

  • Unternehmensprozesse gestalten und steuern
  • Gestaltung von einem kundenfreundlichen, aber auch konsequenten und wirksamen Forderungsmanagement
  • Optimierung von Prozessen
  • Zahlungsmanagement und gute Finanzplanung
  • Aufbau von einem unternehmensinternen Zeitmanagement

Welche Formen der Unternehmensführung gibt es?

Es gibt die unterschiedlichsten Ansätze, wie du die Unternehmensführung gestalten kannst. Grundsätzlich werden vier Formen von Führungsansätzen unterschieden.

Wertorientierter Ansatz der Führung

Diese Form gilt als ein Schlüsselbegriff, wenn es um moderne Unternehmensführung geht. Bei diesem Ansatz stellst du die Interessen deiner Geldgeber in den Vordergrund. In erster Linie richtest du dein Hauptaugenmerk darauf, dass dein Unternehmen am Markt bestehen bleibt. Wichtig sind für die Arbeit mit Kennzahlen für Umsatz, Gewinn und Absatz. Für diese Kennzahlen werden von dir Zielvorgaben gesetzt.

Umweltorientierter Ansatz der Führung

Diese Form ist vor allem in den letzten Jahren immer wichtiger geworden. Die zunehmende Klimaerwärmung und die starke Verschmutzung der Umwelt zwingen die Unternehmensführung zum Umdenken. Bei diesem Ansatz steht für dich nicht nur die Erwirtschaftung von Gewinnen mit allen Mitteln im Vordergrund. In die Entscheidungen der Unternehmensführung fließen vielmehr auch Faktoren wie demografischer Wandel und ökologische Entwicklung mit ein.

Sozialorientierter Ansatz

Bei dieser Form der Unternehmensführung bestimmt die Ordnung der Gesellschaft die Ziele deines Unternehmens. Natürlich stehen auch hier die Produktivität und die Wirtschaftlichkeit im Fokus. Doch Humanität nimmt eine gleichgestellte Rolle ein. Faire Bezahlung und normale Arbeitszeiten sind für dich genauso wichtig wie ein effizientes
Wirtschaften.

Führungsebenen

Ein wesentlicher und auch klassischer Ansatz für die Unternehmensführung sind die Führungsebenen. Aufgeteilt wird das Unternehmen in drei Ebenen. Es gibt das Top-Management für die langfristige und strategische Ausrichtung. Darunter findet sich das Lower-Management für das operative Geschäft. Die Verbindung zwischen strategischer und operativer Ebene stellt das Middle-Management dar.

Was sind die Anforderungen an einen Unternehmer?

Unternehmensführer zu sein, stellt sich für dich auf jeden Fall als anspruchsvolle Aufgabe dar. Nicht jeder Gründer ist deshalb auch dazu geschaffen, später ein Unternehmen zu führen. Die wichtigsten Anforderungen, welche du mitbringen musst, lauten wie folgt:

  • Ein ausgeprägtes analytisches Denkvermögen ist gefragt
  • Du brauchst viel strategisches Geschick, Durchhaltevermögen und Durchsetzungsstärke
  • Neben einem unternehmerischen Weitblick sind auch Fachkompetenz und Erfahrung gefragt
  • Du musst dazu fähig sein, Verantwortung übernehmen zu können und nicht so wichtige Aufgaben auch delegieren zu können
  • Deine soziale Kompetenz muss stark ausgeprägt sein. Du musst in der Lage sein, deine Mitarbeiter zu einem Team zu formen und sie zu begeistern und überzeugen

Schritt für Schritt vom Gründer zum Unternehmer

Die Gründung ist abgeschlossen und du bist nun Unternehmer. Das bedeutet aber nicht, dass du dich zurücklehnen kannst. Jetzt geht dein Leben als Unternehmer erst richtig los und die nächsten Herausforderungen stehen an.

Businessplan umsetzen

Nach der erfolgreichen Gründung beginnt dein Alltag als Unternehmer. Im ersten Schritt gilt es für dich nun, deinen Businessplan Schritt für Schritt umzusetzen. In der Gründungsphase hast du dort alles erfasst, was dein Unternehmen ausmacht und welche Ziele du verfolgst. Nun musst du jeden einzelnen Bereich deines Planes aufgreifen, fortführen und umsetzen.

Kundenorientierte Unternehmensführung

Einer der wichtigsten Faktoren für deinen unternehmerischen Erfolg stellt die Kundenzufriedenheit dar. Was nützt es dir, wenn du ein ganz tolles Produkt oder Dienstleistung anbietest? Auch eine perfekte Präsentation deiner Marke bringt dir nichts, wenn du damit die Bedürfnisse des Kunden nicht bedienst. Als Unternehmensführer musst du dir deshalb eine ganz wichtige Frage stellen:

„Wer ist eigentlich mein Kunde und was erwartet er von mir?“

Eine kundenorientierte Unternehmensführung darf nicht nur in einem Bereich deines Unternehmens vorherrschen. Du musst dafür sorgen, dass jeder in deinem Unternehmen versteht, dass nur der Kunde zählt.

Kommunikation nach außen

Nach der Gründung wird es nur wenige Kunden, bzw. potenzielle Kunden geben, die dein Produkt oder deine Dienstleistung kennen. Also ist es deine Aufgabe, diese bei den Menschen bekanntzumachen. Wie du die Kommunikation nach außen betreibst, ist natürlich auch von der Art deines Unternehmens abhängig. Du kannst es mit Flyern probieren, du kannst Social Media Kanäle wählen oder dich bei Events bekannt machen. Die Wahl der Mittel bleibt dir überlassen.

Team aufbauen und an Personalführung und Förderung der Mitarbeiter denken

Es reicht nicht aus, nur Mitarbeiter einzustellen. Mitarbeiter müssen auch richtig geführt und gefördert werden. Eine gute Mitarbeiterführung beinhaltet vier Grundsätze:

  • Grundsatz 1: Du musst für deine Mitarbeiter eine Orientierungshilfe sein. Begeistere und überzeuge sie mit deinen Visionen und gib klar definierte, aber realistische Ziele aus.
  • Grundsatz 2: Zeige deinen Mitarbeitern, dass du nicht nur Visionen oder Ziele hast. Zeige ihnen auch, dass du die richtigen Strategien dazu hast, diese zu erreichen.
  • Grundsatz 3: Als Unternehmensführer musst du vorangehen. Du musst Veränderungen auf dem Weg zur Zielerreichung erkennen und Entscheidungen treffen. Beachte dabei, dass du immer alle mitnimmst und sie mit deinen Entscheidungen vertraut machst.
  • Grundsatz 4: Es kann nicht immer nur Harmonie herrschen. Um Ziele zu erreichen, bedarf es auch der Austragung von Konflikten. Wichtig dabei ist aber, dass Konflikte und Probleme immer gelöst werden.

Aufgaben abgeben und sich auf wesentliche Führungsaufgaben konzentrieren

Führungskräfte, welche die Fähigkeit haben, Aufgaben zu delegieren können, haben deutlich mehr Zeit, sich für die wesentlichen Aufgaben zu kümmern. Und damit gibt es auch deutlich mehr zufriedene Mitarbeiter. Du musst dir bewusst sein, dass du nicht alles selbst machen kannst. Du würdest sehr schnell den Blick für das große Ganze verlieren. Viel wichtiger ist, dass du deinen Mitarbeitern vertraust und Aufgaben an sie abgibst. Damit förderst du gegenseitiges Vertrauen und vor allem die Motivation der Mitarbeiter. Dazu gehört auch, dass du vor Problemen nicht deine Augen verschließt. Binde deine Mitarbeiter in die Findung zu Problemlösungen ein. Die Mitarbeiter werden dir diese Wertschätzung auf vielerlei Art und Weise danken.

Deine Zeit brauchst du für wichtige Aufgaben als Unternehmensführer:

  • Marketing und Vertrieb: Stelle ein Marketingkonzept und eine Vertriebsstrategie auf die Beine. Das ist wichtig für die Kundengewinnung.
  • Buchhaltung richtig gestalten: Zeit sparen bei der Buchhaltung. Natürlich bist du als Unternehmer zur Buchführung verpflichtet. Du wirst schnell merken, wie viel Zeit und Nerven dir das raubt. Die Belege sammeln, sie zum Steuerberater zu bringen und wieder abzuholen, kostet dich Zeit, die du eigentlich gar nicht hast. Du kannst dich deshalb schon sehr früh auf eine Buchhaltungssoftware festlegen. Auf dem deutschen Markt sind verschiedene Anbieter wie sevDesk & Co. zu finden, die teilweise auch über Schnittstellen zu deinem Steuerberater verfügen.
  • Recruiting: Vor allem in deiner ersten Phase als Unternehmer spielt das Recruiting eine wichtige Rolle. Für dich gilt es, die richtigen Mitarbeiter für dein Unternehmen zu finden. Dies wird in der heutigen Zeit, auch bedingt durch Fachkräftemangel, immer schwieriger. Für dich besteht deshalb die Aufgabe, ein professionelles Personal Recruiting aufzubauen.

Hilfe in Anspruch nehmen

Der Übergang vom Gründer zum Unternehmer ist vielseitig und wird dich vor einige Herausforderungen und Probleme stellen. Ganz wichtig dabei ist, dass du, wenn es nötig ist, auch Hilfe in Anspruch nimmst. Selbst die größten Konzerne wenden sich an einen Unternehmensberater, der vor allem bei einer langfristigen strategischen Planung hilft. Verschließe dich nicht vor dieser Option.

Fazit – so wirst du zum guten Unternehmer

Der Übergang vom Gründer zum Unternehmer wird oft unterschätzt. Deshalb musst du dich frühzeitig mit dem Gedanken befassen, welche Herausforderungen auf dich warten und was Unternehmensführung wirklich bedeutet. Berücksichtige ein paar Tipps und dann wirst du diesen Schritt schaffen.


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