Warum Transparenz für dein Unternehmen wichtig ist

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Ein absolutes Tabu: Sätze wie „Wir machen gerade Verluste und müssen deshalb eure Gehälter kürzen“ bringen nur wenige Unternehmer vor ihrer Belegschaft über die Lippen. Dabei ist Transparenz eine der wichtigsten Ressourcen, um Mitarbeiter langfristig an ein Unternehmen zu binden.

Startups wagen mehr Offenheit

Während etablierte Firmen per Gesetzgebung dazu verpflichtet sind, ihre Geschäftszahlen offenzulegen, gelten solche Regelungen für Startups – abhängig von Rechtsform und Größe – häufig nicht. Umso erstaunlicher: Immer mehr Startups geben ihre Geschäftszahlen oder andere Details sogar freiwillig vor der Belegschaft preis. Beim Berliner Kondom-Hersteller Einhorn erfahren die Mitarbeiter zum Beispiel nicht nur, wie viel ihre Kollegen verdienen, sondern können das Gehalt selbst mitbestimmen. Einen ähnlichen Ansatz wählen Leo Widrich und Joel Gascoigne, Gründer des in San Francisco ansässigen Social-Media-Tools „Buffer“. Ihr Unternehmen veröffentlicht zentrale KPIs, wie Nutzerzahlen, Umsatz und laufende Kosten über ein Barometer, das für jedermann öffentlich zugänglich ist. Doch worin liegt der Vorteil einer transparenten Unternehmenskultur?

In Krisenzeiten: Transparenz schafft Verständnis

Stell dir vor, du würdest von deinem Chef erfahren, dass du ab sofort für weniger Geld mehr arbeiten sollst, weil es der Firma gerade nicht gut geht. Die Wahrscheinlichkeit, dass du empört und wutentbrannt reagierst, ist ziemlich hoch. Um stattdessen das Vertrauen und das Verständnis der Mitarbeiter in dieser schwierigen Situation zu gewinnen, sollten Führungskräfte transparent erklären, warum die Maßnahme notwendig ist und wie es zur Entstehung des Problems kommen konnte. Kurz: die Ursachen und Hintergründe müssen offengelegt werden. Denn gerade bei unpopulären Entscheidungen, die sich negativ auf die Belegschaft auswirken, fällt es Mitarbeitern sonst schwer, hinter dem Management zu stehen.

Transparenz ist auch aus einem weiteren Grund notwendig. Zum Beispiel können Unternehmen ganz unverschuldet in Schieflage geraten, wenn ein Lieferant seine Lieferzeiten nicht einhält und die Produktion dadurch zum Stoppen kommt. Dieser Zusammenhang ist nicht für jeden Mitarbeiter offensichtlich. Daher ist es wichtig, jeden Einzelnen aufzuklären. Das verhindert nicht nur, das Gerüchte unter der Belegschaft entstehen, sondern schafft auch Verständnis.

So profitieren Unternehmen von Transparenz

Eine offene Kommunikationskultur hat noch weitere Vorteile für dein Unternehmen. Zum Beispiel nehmen Angestellte, die in Entscheidungsprozesse mit eingebunden werden, ein höheres Maß an Wertschätzung wahr. Dies hat einen positiven Effekt auf die Motivation des Mitarbeiters und auf seine Bindung an das Unternehmen. Gleichzeitig sorgt eine offene Kommunikationskultur dafür, dass eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Management und Mitarbeitern entstehen kann. Vertrauen ist die Basis dafür, dass Mitarbeiter Fragen stellen, wenn ihnen etwas unklar ist. Die Möglichkeit, proaktiv nachzuhaken und eine Antwort auf ungeklärte Fragen zu bekommen, erzeugt beim Mitarbeiter ein Gefühl von Sicherheit.

Fakten, die deine Mitarbeiter interessieren

Eine gute Möglichkeit, offen mit deinen Mitarbeitern zu sprechen, bieten Business Lunchs oder Team-Frühstücke. Doch welche Details sind für deine Mitarbeiter besonders relevant? Wo gibt es noch wenig Transparenz? Diesen Fragen solltest du dir als Unternehmer vorab stellen, damit du deine Mitarbeiter dort abholst, wo sie stehen. Häufig wissen Angestellte beispielsweise wenig darüber, wie hoch die laufenden Fixkosten das Unternehmens sind und wohin die Ausgaben fließen. Vielen Mitarbeitern ist unklar, welche finanziellen Folgen für das Unternehmen mit Krankenstand verbunden sind. Außerdem könnte es für deine Angestellten interessant sein zu wissen, wie viel Budget Investoren zur Verfügung stellen, wie viele Mitarbeiter damit bezahlt werden können und wann neues Kapital benötigt wird.

Das Sprichwort „Reden ist silber, Schweigen ist gold“ ist demnach im Unternehmenskontext nicht empfehlenswert. Stattdessen sollten Unternehmen aus eigener Kraft Transparenz herstellen, indem sie den Dialog und Austausch mit ihren Mitarbeiten suchen.

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