Wie Künstliche Intelligenz das Recruiting verändert

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Philipp Riedel ist CEO der Personalberatung Avantgarde Experts. Hier teilt er seine Einschätzung, wie Künstliche Intelligenz das Recruiting von Mitarbeitern verändert wird und wie Unternehmen sich darauf vorbereiten können.

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Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz wird das Recruiting, wie wir es heute kennen, gehörig auf den Kopf stellen. Ein Reality Check steht vor der Tür. Das Potential von KI ist gewaltig, doch leider bereiten sich bisher nur wenige Unternehmer ausreichend auf diesen bevorstehenden Wandel vor. Produktion und Logistik sind die Bereiche, in denen künstliche Intelligenz bereits heutzutage in der Breite getestet wird. Auch im Bereich Marketing passiert einiges, vor allem wenn es um die Echtzeitanalyse des Kundenverhaltens geht.

Der Personalsektor ist jedoch oft noch immer traditionell und analog strukturiert, dabei tut sich hier gerade besonders viel. Nicht wenige Personalabteilungen beurteilen Bewerber immer noch auf der Basis eines Minimums an Informationen aus dem Bauch heraus, und führen somit die eigenen Muster und Fehler aus der Vergangenheit fort. Um die jeden Tag größer werdende Menge an Daten und Informationen sinnvoll verarbeiten zu können, werden uns schon bald „künstliche Kollegen“ unterstützen müssen.

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Stellen besetzen durch intelligentes Matching

Zukünftig wird es durch KI viel leichter gelingen, offene Positionen passgenau mit den richtigen Kandidaten zu besetzen. Intelligentes Matching ist hier das Schlagwort der Stunde. Die Anforderungskataloge der Unternehmen werden immer detaillierter und ermöglichen somit auch Nuancen fernab des klassischen schwarz-weiß-Denkens einer Personalabteilung. Anstatt eines bloßen Abgleichs von Aussagen in „richtig“ oder „falsch“, kann der Algorithmus zukünftig auch in Zwischentönen zum perfekten Mitarbeiter finden. Gerade Bewerber, die auf Grund etwaiger Schwächen in einer frühen Phase ihres Lebenslaufs normalerweise aussortiert würden, aber eigentlich hervorragend zum Firmenprofil passen, profitieren durch die neuen Matching-Möglichkeiten.

In absehbarer Zeit wird es sogar möglich sein, auf Basis des individuellen Lebenslaufs sowie persönlicher Hintergrundinformationen den Zeitpunkt zu antizipieren, an dem ein Mitarbeiter wahrscheinlich den Gedanken fasst, eine berufliche Veränderung zu suchen. Dies gibt Arbeitgebern die Möglichkeit, rechtzeitig aktiv zu werden und die besten Talente durch neue Angebote und alternative Herausforderungen im Unternehmen zu halten.

Smarte Chatbots treffen die Vorauswahl mit KI

Chatbots sind ein weiteres relevantes Feld im Recruiting, in dem sich in den kommenden Jahren sehr viel tun wird. Vorbei sind die Zeiten, in denen uns schwerfällige, begriffsstutzige und nach festen Mustern determinierte Service Roboter das Online-Leben erschwert haben. Kognitive Systeme lernen ständig dazu und schaffen es, komplexe Inhalte miteinander zu vernetzen. In Zukunft wird es ganz normal sein, wenn ein Bewerber das erste Gespräch zu Vorauswahl auf eine Position mit einer KI führt.

Natürlich ist die Komponente Mensch für das Kennenlernen und die finale Entscheidungsfindung über Einstellung oder Absage auch in Zukunft unentbehrlich. Wer im Recruiting aber schon heute die Möglichkeiten von KI clever nutzt, legt den Grundstein für einen erfolgreichen Kampf um die besten Köpfe von Morgen. Die Implementierung eines digitalen Systems zur Erfassung und Bearbeitung von Bewerbungen ist mittlerweile ein absolutes Must Have in jeder Firma – da kommt niemand mehr drum herum.

Nicht erst seit der Einführung der neuen DSGVO im Mai 2018 ist bei der Pflege solcher Systeme sehr genaues Augenmerk auf das Thema Datenschutz zu richten. Da sich die Funktionsweise dieser Tools in den nächsten Jahren durch den Einsatz von KI grundlegend verändern wird, ist es notwendig, in punkto Datenschutz von Anfang an solide aufgestellt zu sein und im Zweifelsfall auf externes Know How zurückzugreifen.


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